Sehtest oder Augenuntersuchung? Kennen Sie den Unterschied, bevor Sie einen Termin vereinbaren

Sehtest oder Augenuntersuchung? Kennen Sie den Unterschied, bevor Sie einen Termin vereinbaren

Wenn Sie Ihr Sehvermögen überprüfen lassen möchten, stoßen Sie häufig auf zwei Begriffe: Sehtest und Augenuntersuchung. Sie klingen ähnlich, bezeichnen aber zwei unterschiedliche Arten von Untersuchungen – mit unterschiedlichem Zweck, Ablauf und Preis. Wer den Unterschied kennt, spart Zeit und Geld und sorgt dafür, dass die Augen die richtige Betreuung erhalten.
Hier erfahren Sie, was die beiden Begriffe bedeuten, wann Sie welche Untersuchung wählen sollten und was Sie bei einem Termin erwartet.
Was ist ein Sehtest?
Ein Sehtest ist die einfachste und schnellste Möglichkeit, Ihr Sehvermögen zu überprüfen. Er wird in der Regel von einem Optiker durchgeführt und dient dazu festzustellen, ob Sie eine Brille oder Kontaktlinsen benötigen – oder ob sich Ihre aktuelle Sehstärke verändert hat.
Während eines Sehtests werden unter anderem folgende Punkte geprüft:
- Ihre Sehschärfe (wie gut Sie in verschiedenen Entfernungen sehen)
- Eine mögliche Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)
- Ob Sie kurzsichtig oder weitsichtig sind
Der Test dauert meist 15–30 Minuten. Sie lesen Buchstaben oder Symbole von einer Tafel ab, während der Optiker verschiedene Linsen vor Ihre Augen hält. Das Ergebnis dient als Grundlage für die Bestimmung Ihrer Brillen- oder Kontaktlinsenstärke.
Ein Sehtest ist also eine Messung der Sehfähigkeit, sagt aber nichts über den Gesundheitszustand Ihrer Augen aus.
Was ist eine Augenuntersuchung?
Eine Augenuntersuchung ist eine umfassendere und tiefgehendere Kontrolle Ihrer Augen. Sie wird von einem Augenarzt oder einem Optometristen durchgeführt und dient dazu, sowohl das Sehvermögen als auch die allgemeine Augengesundheit zu beurteilen.
Neben den Messungen, die auch bei einem Sehtest durchgeführt werden, kann eine Augenuntersuchung Folgendes umfassen:
- Messung des Augeninnendrucks (zur Früherkennung von grünem Star/Glaukom)
- Untersuchung der Netzhaut und des Sehnervs
- Beurteilung des Tränenfilms und der Augenbewegungen
- Screening auf Erkrankungen wie grauer Star, diabetische Veränderungen oder Makuladegeneration
Eine Augenuntersuchung dauert in der Regel 30–60 Minuten und erfordert meist eine Terminvereinbarung. Sie ist besonders wichtig, wenn Sie Veränderungen im Sehen bemerken, Schmerzen haben oder wenn in Ihrer Familie Augenerkrankungen vorkommen.
Wann sollten Sie was wählen?
Das hängt davon ab, was Sie benötigen:
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Wählen Sie einen Sehtest, wenn Sie lediglich eine neue Brille oder neue Kontaktlinsen brauchen und keine Beschwerden haben. Viele Optiker bieten diesen Test kostenlos oder zu einem geringen Preis an.
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Wählen Sie eine Augenuntersuchung, wenn Sie Symptome wie verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Lichtblitze, trockene Augen oder Kopfschmerzen bemerken – oder wenn Sie Ihre Augen schon länger nicht mehr gründlich untersuchen ließen. Auch bei Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck ist eine regelmäßige Augenuntersuchung ratsam.
Als Faustregel gilt: Ein Sehtest betrifft die Sehstärke, eine Augenuntersuchung die Gesundheit.
Was kostet das?
Die Kosten variieren je nach Anbieter und Umfang. Ein einfacher Sehtest beim Optiker ist oft kostenlos oder kostet nur wenige Euro, insbesondere wenn Sie dort Brillen kaufen möchten. Eine umfassende Augenuntersuchung beim Augenarzt kann zwischen 30 und 100 Euro kosten, je nach Aufwand und eingesetzter Technik.
Wenn Sie eine Überweisung vom Hausarzt haben, übernimmt in der Regel die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für medizinisch notwendige Untersuchungen beim Augenarzt.
Wie oft sollten Sie Ihre Augen überprüfen lassen?
Auch wenn Sie keine Beschwerden haben, ist es sinnvoll, Ihre Augen regelmäßig kontrollieren zu lassen. Viele Augenerkrankungen entwickeln sich schleichend und bleiben lange unbemerkt.
Empfohlene Intervalle:
- Unter 40 Jahren: alle 2–3 Jahre
- Ab 40 Jahren: alle 1–2 Jahre
- Bei bekannten Augenerkrankungen oder Diabetes: nach Absprache mit dem Augenarzt
Regelmäßige Kontrollen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und bleibende Schäden zu vermeiden.
So bereiten Sie sich vor
Vor einem Sehtest oder einer Augenuntersuchung können Sie Folgendes tun:
- Bringen Sie Ihre aktuellen Brillen oder Kontaktlinsen mit
- Notieren Sie eventuelle Beschwerden oder Veränderungen
- Schreiben Sie auf, welche Medikamente Sie einnehmen
- Planen Sie etwas Zeit ein, falls Ihre Pupillen erweitert werden – danach sollten Sie nicht selbst Auto fahren
Je mehr Informationen Sie geben, desto besser kann der Optiker oder Augenarzt Ihr Sehvermögen und Ihre Augengesundheit beurteilen.
Das Wichtigste zum Schluss
Ein Sehtest und eine Augenuntersuchung sind nicht dasselbe – sie ergänzen sich jedoch. Ein Sehtest hilft Ihnen, scharf zu sehen, eine Augenuntersuchung hilft Ihnen, gesunde Augen zu behalten.
Wenn Sie unsicher sind, welche Untersuchung für Sie die richtige ist, fragen Sie Ihren Optiker oder Augenarzt. Sie beraten Sie individuell – damit Sie den passenden Termin vereinbaren und langfristig klar und gesund sehen können.
















